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WPX-Contest 2007 OZ0KD
Geschrieben von DJ2YE   
Anfang April 2007 hat mich DK3KD Wolfgang gefragt, ob ich Lust hätte zum WPX-Contest Ende Mai mit nach Lolland zu fahren. Da ich das QTH ja schon vom CQWWDX-Contest im Nov. 2005 her kannte, habe ich zugesagt. Eigentlich sollte Karlfried DL1EK noch mit, aber der konnte natürlich mal wieder nicht, schade, denn mit 3 OP hätten wir es leichter gehabt.
 0-oz0kd-wpx-mai 2007

 
Also fuhren Wolfgang und ich am Montag 21.Mai 07 los. Die Fahrt geht über die B1 über Fehmarn bis Puttgarden. Von dort mit einer Autofähre in 3/4 Stunden nach Rödbyhaven. Von dort sind es noch ca. 30 Minuten bis zum QTH in Kragenaes an der Nordküste von Lolland. Direkt gegenüber des QTH sieht man die Insel Fejö, wohin fast stündlich eine Fähre von Kragenaes aus hinschwimmt.

Gegen 17.00 trafen wir im QTH an und haben erstmal ein kräftiges Essen zubereitet, wobei sich Wolfgang als Koch betätigte und ich den Abwasch besorgen musste.

 karte
 Dienstag war großer Antennentag. Bei herrlichstem Wetter wurde als erstes der Spiderbeam aufgebaut was in Ermangelung einer Stehleiter nicht so einfach war. Trotzdem nach ca. 2 Stunden stand der Beam, wenn auch nicht in voller Höhe. Danach wurde ein Glasfieberschiebemast mit 15m Höhe aufgebaut, der den 160m Dipol und 2 Delta Loops aufnehmen sollte für 80 und 40m. Zum Glück fanden wir im Schuppen eine ausziehbare Leiter, die wir als Stehleiter umfunktionierten, so dass die einzelnen Mastsegmente rausgezogen werden konnten (die Segmente sind ca. 2,5 m lang, und wer ist schon so lang um ohne Lieter die Dinger rausziehen zu können!).
Die drei Antennen wurden nacheinander hochgezogen, was dazu führte, dass die Mastspitze einen schönen Bogen bekam, was uns aber nicht weiter störte.
 beam,deltaloop und gp

 Bevor wir den Mast aufbauten entdecke ich an der Hecke des Grundstückes eine schwarze Wolke, die sich als Mückenschwarm entpuppte. Mir schwante Übles. Zum Glück waren die Mücken sehr friedlich und stachen nicht, sie waren nur etwas unangenehm.

 Anschließend machten wir eine Spaziergang zum Hafen, von wo aus die Fähren nach Fejö und Femö abgehen. Dort war eine "Baracke" die sehr nett hergerichtet war und dort gab es Bier, Eis, Kaffee und Würstchen. Ich begnügte mich mit Bier und Kaffee während Wolfgang dem Eis zusprach. die Eiskugeln waren ca. 3x so groß wie bei uns, kosteten aber etwas gleich viel. Diese Kneipe suchten wir danach fast jeden Abend auf.

 haus-antenne
 Da der Antennenaufbau so gut funktioniert hatte, wurde ab Mittwoch Inseltouren geplant. Sie führten uns erst zur Westküste nach Nakskov. Leider waren wir viel zu früh dort und die Banken und Cafes hatte alle noch zu. Um 9.30 konnte ich dann einige Kronen eintauschen. In Nakskov entdeckten wir auf der anderen Hafenseite ein altes russischen U-Boot, das besichtigt werden konnte. Wir machten und also auf den Weg dorthin und stärkten uns dort erstmal mit Kaffee. Die Besichtigung des U-Boot gestaltete sich sehr abenteuerlich, wir mussten nämlich durch eine runde Öffnung kriechen, in der Wolfgang fast steckenblieb (was hatte DF7KHK da wohl gemacht?). Zum Glück war nur die erste Öffnung so eng, die anderen waren erheblich gemütlicher. Im U-Boot lief eine Computeranimation ab, und wir wurden mit russischen Befehlen aufgefordert, alles mögliche zu tun. Da wir jedoch beide kein russisch verstanden, haben wir das einfach ignoriert. Selbst sirenenartige Heulgeräusche konnten uns nicht erschrecken.
 uboot

 Auch helles Licht das plötzlich aufblitzte und Echolotgeräusche ließen und kalt. Die Einrichtung im U-Boot war sehr "komfortabel", sogar ein WC war vorhanden, leider sass da ein Russe drauf, sodass wir es nicht testen konnten. Interessant war auch die Funkstation, auf der ein Selbstbau Netzteil in Freiluftverdrahtung stand. Insgesamt war die Besichtigung ein tolles Erlebnis.

Nach getaner Arbeit zauberte Wolfgang wieder ein opulentes Abendessen.

 power op dk3kd
 Anschliessend fuhren wir zur Südwestküste nach Rudbjerg. Hier war 18... eine große Sturmflut, bei der viele Häuser zerstört wurden. Aus diesem Grund wurde dort ein 36 km langer Damm errichtet, der heute als Radwanderweg benutzt wird. Leider war hier am Strand kein Cafe, keine Kneipe einfach nix. Also machten wir uns wieder auf die Reise. Inzwischen hatte ich mich mit der Straßenkarte angefreundet, die Wolfgang besorgt hatte. Hier waren auch die kleinsten Strassen eingezeichnet. Es ging also über Nebenstraßen zur nächstgrößeren Stadt nach Maribo (nicht zu verwechseln mit Haribo). Dort entdeckten wir ein Freilichtmuseum mit alten Häusern usw, was wir besichtigen wollten. Leider gab es dort nix zu Essen (noch nicht). Man war aber sehr hilfsbereit und rief sogar in einem naheliegenden Restaurant an, aber dort meldete sich keiner. Man gab uns also noch einen Stadtplan mit und nannte uns ein Hotel, wo es gutes Essen geben sollte. Hier schlugen wir dann auch zu, war wirklich sehr gut und reichlich. Nach der Besichtigung der alten Häuser machten wir und auf Umwegen, wieder Nebenstrassen, auf den Heimweg über Saksköbing nach Kragenaes.
 powerstn
 Am Donnerstag machten wir eine weitere Inselfahrt, diesmal zur Nachbarinsel Falster. Leider mussten zum Teil die bekannten Strassen benutzt werden, aber dann ging es wieder über Nebenstraßen bis Guldborg. Von hier über eine Seebrücke nach Alsley. Hier wollten wir eigentlich Kaffee trinken, aber leider gab es da nix. Also wieder über kleine Staßen nach Nyköbing. Dies ist wohl die grösste Stadt auf der Insel und wir fanden endlich ein Cafe, wo es außer Kaffee auch Erdbeertörtchen gab. Der Morgen war also gerettet. Von hier aus ging es dann wieder über die kleinsten auf der Karte zu sehenden Straßen Richtung Heimat. Wir dachten immer, es müsste doch mal was anderes zu sehen sein, aber alle Strassen, ob klein oder breit sehen alle fast gleich aus. Es kann nur sein, dass einmal auf der linken Seite Bäume stehen und auf der anderen Seite keine. Die Bauernhöfe liegen immer viele Meter von der Strasse entfernt, zum Teil sind die Wege dorthin wie eine Allee ausgebaut. Alle Gehöfte sind von Bäumen umgeben, wohl als Windschutz (von Wind haben wir bis dahin noch nix mitbekommen). Gefunkt haben wir bis dahin kaum, denn das Wetter war viel zu schön.Freitag sollte eigentlich die Stationen vernetzt werden, aber das Wetter war immer noch viel zu schön, sodass eine weitere Inselfahrt unternommen wurde. Diesmal gings zu Nord-West-Spitze der Insel nach Onsevig. Dies ist ein kleiner Hafen am "Ende" der Welt. Nix los, aberine tolle WC-Anlage, die Wolfgang testete. Ein besonderes Erlebnis war ein Fischer, der gerade in einer Reuse Aale gefangen hatte. Es war schon toll anzusehen, wie und die Aale mit ihrem Schwanzende, das durch die Reuschenschlitze kam, zuwinkten.
 low-power op dj2ye
 Auf dem Weg nach Onsevig haben wir uns einmal verfahren. Wir gerieten in eine Sackgasse und mussten ca. 5 km zurückfahren. Ein weiteres Problem mit den kleinen Strassen war, dass die Schilder dicht am Boden waren. Wenn nun ein Auto an der Kreuzung stand, war von dem Schild nix zu sehen. So mussten wir 2x umdrehen. Manche Ortsschilder waren auch nicht zu erkennen, da sie vom Gras verdeckt waren. Aufgefallen ist uns auch,dass fast jeder Ort, der aus mehr als 3 Häusern bestand, eine Kirche hatte.
Da wir unterwegs keine Kneipe fanden, hat Wolfgang wieder prima gekocht.
Anschließend ging es an die Vernetzung der Computer. Was vorher bei mir prima geklappt hatte, ging natürlich nun gar nicht. Nach längerem Suchen hatte ich rausgefunden, dass sich bei einem Computer die IP Adresse verstellt hatte, warum ???. Nun versuchte ich das zu ändern, aber erst ohne Erfolg, bis mich DK8EY per Funk auf die "Rechte Maustaste" hinwies. Daraufhin war es kein Problem mehr und es ging auch. Nach einem Neustart lief das Programm auf einem Computer plötzlich nicht mehr, keine Ahnung warum nicht. Ich habe also das Programm von dem einen Rechner rüberkopiert und nach entsprechender Einstellung lief dann endlich alles.
Sogar die Transceiversteuerung ging einigermaßen, wenn auch die Übernahme der Frequenz von Computer zum Transceiver bei dem IC765 nicht ging. Änderungen am Transceiver wurden jedoch richtig übernommen. Bei der 2. Station, dem IC735 ging beides.
 low-powerstn
  Teilnahmeklasse: Multi 2
Hauptstation:
IC 765 + PA ca. 600 Watt. Ant: Dipol 160m, Delta Loop 80m und 20m, Spiderbeam für 10/15 und 20m. OP: meist DK3KD (CQ TEST) 2. Station: IC735.
Ant: Multiband GP und Doppeldipol 80/40m.
OP: meist DJ2YE neue Stationen suchen.

Ergebnis: 1785 QSO und 2,068 Millionen Punkte.
 ergebnis

  Es hat viel Spaß gemacht, war aber auch sehr anstrengend mit nur 2 OP 48 Stunden Contestbetrieb. Wetter: Vor dem Contest Bilderbuchwetter, warm und sonnig. Am Contest Samstag hat es den ganzen Tag geregnet und in der Nacht zum Sonntag auch etwas "gewindet". Das führte dazu, dass sich der Spiderbeam verdrehte und Koax und Steuerkabel mehrfach um den Mast gewickelt war. Der Spiderbeam wurde daher Am Sonntagnachmittag abgebaut und ebenfalls die Delta Loops. Am Montag brauchte also nur noch der Mast für die 160m Antenne abgebaut werden und die Heimfahrt konnte gegen 10.30 angetreten werden.


Juni 2007 DJ2YE

 sonnenuntergang
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 











 



 

 

 






 



 
 
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